Wir wollen: Alle sorbischen Institutionen künftig mit Niederlassung in Hoyerswerda!

In Hoyerswerda hat sich am Dienstagabend (12.10.) der neugewählte Vorstand des Domowina-Regionalverbandes „Handrij Zejler” konstituiert, der das Territorium des Alt-Landkreises Hoyerswerda umfasst. Im aktuellen „Jahr der Domowina-Regionalverbände“ anlässlich deren Gründung vor 100 Jahren in Hoyerswerda, wo bereits der sorbische Dachverband selbst im Jahr 1912 ins Leben gerufen wurde, wolle man zunächst den Erfahrungsaustausch mit dem Regionalverband Niederlausitz in Cottbus/Chóśebuz pflegen. So ist eine gemeinsame Sitzung beider Regionalvorstände geplant.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht zurzeit der sorbische Anteil am Strukturwandel, über den aktuellen Stand der Gespräche mit der Stadt Hoyerswerda berichteten die beiden Regionalvorsitzenden Gabriela Linack und Marcel Brauman. Der Regionalvorstand erwartet von den sorbischen Institutionen mit Sitz in Bautzen/Budyšin, dass sie künftig auch eine Niederlassung in der Hoyerswerdaer Region unterhalten, die das geographische Zentrum der sorbischen Lausitz bildet. Es wird darauf verwiesen, dass 1972 das sorbische Museum von Hoyerswerda abgezogen wurde und seither die Region trotz ihrer zentralen Lage in punkto sorbische Institutionen verwaist ist.

Auf der Haupt- und Wahlversammlung des Regionalverbandes unlängst im Domowina-Gründungshaus, der heutigen „Kulturfabrik“, hatte das neue Vorsitzenden Duo mit Blick auf die Krabatmühle Schwarzkollm/Krabatowy młyn Čorny Chołmc und die historische Verwurzelung des überregional bedeutsamen sorbischen Krabat-Mythos gesagt: „Wenn es um Krabat geht, dann sind wir das Kerngebiet der sorbischen Lausitz.” Hoyerswerdas Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) hatte erst dieser Tage im Gespräch mit der Domowina auf das Angebot günstiger Räumlichkeiten in der Stadt für neue sorbische Arbeitsplätze verwiesen.

Der Domowina-Regionalverband Hoyerswerda hat rund 700 Mitglieder. Im Domowina-Haus in Hoyerswerda arbeiten die Regionalsprecherin fürs Territorium des Regionalverbandes, der Domowina-Pressesprecher, das Servicebüro für die sorbische Sprache in kommunalen Angelegenheiten mit zwei Beschäftigten und eine Projektmanagerin, die zwischen Hoyerswerda und Schleife pendelt und für die mittlere Lausitz zuständig ist.  

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