Sieger in unserem Kamishibai-Wettbewerb stehen fest – 3 niedersorbische Top-Videos

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Unser Domowina-Regionalverband „Handrij Zejler“ Hoyerswerda/Wojerecy versteht sich als Brücke zwischen Ober- und Niederlausitz. So ist der Kamishibai-Wettbewerb, den unsere Regionalsprecherin Sonja Rehor organisiert hat, ein besonders schöner Beitrag zum „Lěto župow“ / Jahr der Domowina-Regionalverbände anlässlich ihrer Gründung vor 100 Jahren in Hoyerswerda geworden. Schülerinnen aus dem Cottbuser sorbischen Gymnasium haben drei Videos mit märchenhaften Kurzgeschichten produziert – und das in formvollendeter niedersorbischer Sprache, so wird aus dem gesprochenen Wort Musik.

Dank dem Kunstverein für Wertschätzung des sorbischen Kulturgutes

Auf der Abschlussveranstaltung des Hoyerswerdaer Kunstvereins in der Lausitzhalle sagte die Ko-Vorsitzende des Domowina-Regionalverbandes „Handrij Zejler” Hoyerswerda, Gabriela Linack: 

Sehr geehrte Frau Schmidt, sehr geehrter Herr Schmidt, liebe Mitstreiter des Kunstvereins,

im Namen des Regionalverbandes der Domowina „Handrij Zejler“ Hoyerswerda und im Namen aller Literatur-, Kunst- und Musikfreunde, deren Begeisterung insbesondere dem sorbischen Kulturgut im Kunstverein galt, sage ich „Herzlichen Dank“ –  „Wutrobny dźak“ a „Zapłać Bóh“ .

Wir wissen, dass Sie große Freunde und Förderer der Sorben, insbesondere der sorbischen Kunst, Musik und Kultur sind.

Dankbar denken wir an die vielfältigen Begegnungen mit sorbischen Schriftstellern, Musikern, Malern und Komponisten, die auf Initiative des Kunstvereins in diversen Veranstaltungen möglich wurden.

Die Melodien der besonderen Konzerte zum Jahresbeginn mit Frau Wiesner und ihrem Team sind uns noch im Ohr, die Stimme von Róža Domašcyna und ihrer Lyrik noch allgegenwärtig und mit den folgenden Worten von Jurij Brězan eng verbunden:

                                                          „Žiwjenje njeje ženje zańdźenosć, rědko dźensnišnosć, přeco přichod“

                                                       „Das Leben ist nie Vergangenheit, selten das Heute, immer die Zukunft“

wünsche ich Ihnen für die Zukunft alles Gute, Wohlergehen und Gottes Segen. Liebe Frau Schmidt und lieber Herr Schmidt, bleiben Sie gesund und viel Glück in Ihrer neuen bayerischen Heimat – Wostańtaj strowaj a wjele zboža w nowej domiznje!

Revitalisierung des Sorbischen/Wendischen in Senftenberg und Umgebung gefeiert – Nachbarn aus Hoyerswerda gratulieren   

Grund zum Feiern war Samstagabend beim wendischen Abend im alten Gasthof von Missen (Pšyne) genug: Für Günter Paulisch von der Domowina-Ortsgruppe Senftenberg / Zły Komorow, die zum Regionalverband Dolna Łužyca / Niederlausitz gehört, ging es um „anderthalb Jahrzehnte aktives sorbisches Leben in Senftenberg und Umgebung“. Der von der Gruppe „Złykomorojska pśěza” (Senftenberger Spinte) mit niedersorbischen Liedern musikalisch umrahmte Abend zeige, dass „Revitalisierung des Sorbischen möglich ist und Grenzen überwindet“. Die 2018 gegründete Gruppe tritt in Brandenburg und Sachsen auf.

Seit 2017 gehört Senftenberg offiziell zum sorbischen/wendischen Siedlungsgebiet. Beim Fest in Missen war die Stadt durch Falk Peschel, Amtsleiter für Bildung, Soziales und Kultur, vertreten. Das kulinarische Angebot war klassisch: sorbische Hochzeitssuppe, Rindfleisch mit Meerrettichsoße. Paulisch lobte die Novellierung des brandenburgischen Sorben/Wenden-Gesetzes, das der Region einen Schub gegeben habe. Die Säulen der Revitalisierung des Sorbischen/Wendischen seien „Politik, Kirche und das, was wir selbst machen“. Das geht zuweilen ineinander über, so sprang die erste hauptamtliche Sorben/Wenden-Beauftragte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Hanka Rjelka, beim wendischen Abend auf Zuruf mal eben als Sängerin bei der „Senftenberger Spinte” mit ein.

Marcel Brauman, Ko-Vorsitzender des Domowina-Regionalverbandes Hoyerswerda (Župa „Handrij Zejler” Wojerecy-Wórjejce), überbrachte alle guten Wünsche des Domowina-Vorsitzenden Dawid Statnik und fügte im Namen der benachbarten sorbischen Community der Region Hoyerswerda hinzu: „Ihr seid nicht am Rande des sorbischen Siedlungsgebietes, sondern mit uns zusammen in der Mitte, denn das sorbisch/wendisch geprägte Territorium reicht von den Toren Berlins bis zum Lausitzer Bergland. Gerade hier im Seenland spüren wir, dass diese Landesgrenze für uns keine Rolle spielt.”

Brauman lud die „Złykomorojska pśěza” nach Hoyerswerda ein und freut sich, dass grenzübergreifend die Sprach-Revitalisierung eine zentrale Rolle spielt: „Es muss nicht jeder Sorbisch lernen und sprechen können, es sollte aber in zukünftigen Lausitzer Generationen jeder zumindest ein bisschen Sorbisch/Wendisch verstehen. Denn ganz ohne die Sprache verliert sich auch im Laufe der Zeit die Kultur.“ Günter Paulisch selbst sei ein schönes Beispiel für Menschen, die sich das Sorbische mit großem Eifer angeeignet haben. Paulisch wiederum berichtete über seine Kommunikationserfahrungen in der Hoyerswerdaer Region, wo man an den dörflichen Dialekten den Übergang vom Ober- zum Niedersorbischen spüre.     

(Die Begriffe „sorbisch/wendisch“ werden in Brandenburg gleichbedeutend verwendet.)

Bild: Günter Paulisch / Foto: Marcel Brauman, Domowina

Sorbisches Institut kommt in die Kufa: Spannende Themen 10.11.

Am 10. November 2021, von 14:00 bis 17:00 Uhr stellt sich das Sorbische Institut/Serbski institut vor, diesmal in der Kulturfabrik in Hoyerswerda.

Das Sorbische Institut gibt einen Einblick in aktuelle Forschungsvorhaben und informiert über Ergebnisse seiner Tätigkeit. In den Vorträgen geht es um die Sprachlandschaft der Schleifer Region, die Lausitzer Tagebaufolgelandschaft als mögliches UNESCO Welterbe, die Entwicklung einer Vorlesefunktion für die niedersorbische Schriftsprache und neue Digitalisate des sorbischen Schrifttums.

Die Vorträge werden in niedersorbischer, obersorbischer und deutscher Sprache gehalten, eine Simultan-Übersetzung ins Deutsche wird vor Ort angeboten.

Für die Veranstaltung gilt die 3G-Regel (aktueller Stand). Ein Livestream wird angeboten.

Das Sorbische Institut ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Bautzen/Budyšin und einer Zweigstelle in Cottbus/Chóśebuz. Es widmet sich der interdisziplinären Erforschung von Sprache, Geschichte und Kultur der Lausitzer Sorben/Wenden sowie der vergleichenden Erforschung kleiner Sprachen und Kulturen in Europa. Zum Institut gehören die Sorbische Zentralbibliothek und das Sorbische Kulturarchiv als einzige öffentliche Spezialsammlungen für sorbisches und sorabistisches Bibliotheks- und Archivgut. www.serbski-institut.de (Mitteilung des Sorbischen Instituts)

Wir wollen: Alle sorbischen Institutionen künftig mit Niederlassung in Hoyerswerda!

In Hoyerswerda hat sich am Dienstagabend (12.10.) der neugewählte Vorstand des Domowina-Regionalverbandes „Handrij Zejler” konstituiert, der das Territorium des Alt-Landkreises Hoyerswerda umfasst. Im aktuellen „Jahr der Domowina-Regionalverbände“ anlässlich deren Gründung vor 100 Jahren in Hoyerswerda, wo bereits der sorbische Dachverband selbst im Jahr 1912 ins Leben gerufen wurde, wolle man zunächst den Erfahrungsaustausch mit dem Regionalverband Niederlausitz in Cottbus/Chóśebuz pflegen. So ist eine gemeinsame Sitzung beider Regionalvorstände geplant.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht zurzeit der sorbische Anteil am Strukturwandel, über den aktuellen Stand der Gespräche mit der Stadt Hoyerswerda berichteten die beiden Regionalvorsitzenden Gabriela Linack und Marcel Brauman. Der Regionalvorstand erwartet von den sorbischen Institutionen mit Sitz in Bautzen/Budyšin, dass sie künftig auch eine Niederlassung in der Hoyerswerdaer Region unterhalten, die das geographische Zentrum der sorbischen Lausitz bildet. Es wird darauf verwiesen, dass 1972 das sorbische Museum von Hoyerswerda abgezogen wurde und seither die Region trotz ihrer zentralen Lage in punkto sorbische Institutionen verwaist ist.

Auf der Haupt- und Wahlversammlung des Regionalverbandes unlängst im Domowina-Gründungshaus, der heutigen „Kulturfabrik“, hatte das neue Vorsitzenden Duo mit Blick auf die Krabatmühle Schwarzkollm/Krabatowy młyn Čorny Chołmc und die historische Verwurzelung des überregional bedeutsamen sorbischen Krabat-Mythos gesagt: „Wenn es um Krabat geht, dann sind wir das Kerngebiet der sorbischen Lausitz.” Hoyerswerdas Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) hatte erst dieser Tage im Gespräch mit der Domowina auf das Angebot günstiger Räumlichkeiten in der Stadt für neue sorbische Arbeitsplätze verwiesen.

Der Domowina-Regionalverband Hoyerswerda hat rund 700 Mitglieder. Im Domowina-Haus in Hoyerswerda arbeiten die Regionalsprecherin fürs Territorium des Regionalverbandes, der Domowina-Pressesprecher, das Servicebüro für die sorbische Sprache in kommunalen Angelegenheiten mit zwei Beschäftigten und eine Projektmanagerin, die zwischen Hoyerswerda und Schleife pendelt und für die mittlere Lausitz zuständig ist.  

Brigitte Räßler und Veronika Boswank ausgezeichnet

Mit dem Domowina-Preis zeichnet der Dachverband „ehrenamtliches Wirken von gesamtsorbischer Bedeutung“ und „außerordentliche Leistungen im Sinne des Erhalts und der Förderung des Sorbischen“ aus.

Die frühere Lehrerin Brigitte Räßler aus Nardt widmet sich bereits Jahrzehnte lang mit vollem Elan ehrenamtlich der Vermittlung des Sorbischen. Mitglieder ihrer Gruppe sind Träger der Sprache in der gesamten Hoyerswerdaer Region und im sorbischen gesellschaftlichen Leben fest verankert.

Něhdyša wučerka Brgitta Räßlerowa z Narća so hižo lětdźesatki dołho z połnej paru čestnohamtsce sporědkowanju serbšćiny wěnuje. Čłonojo jeje skupiny su nošerjo našeje rěče w cyłej Wojerowskej kónčinje a w serbskim towaršnostnym žiwjenju kruće zakótwjeni.

Mit dem Ehrenabzeichen zeichnet der Dachverband „besondere Leistungen bei der Verwirklichung des Programmes der Domowina“ aus.

Veronika Boswank aus Seidewinkel (auf dem Bild 2.v.l.) bewirkt auf vielfältige Weise Mehrung des Sorbischen, insbesondere der Sprache, auf dem Territorium des Domowina-Regionalverbandes Hoyerswerda, u.a. als Vizevorsitzende und Moderatorin des Chores Seidewinkel, im sorbischen Gesprächskreis in Bergen, wo sie den alten Seidewinkler Dialekt beisteuert, und im sorbischen Kreis der Johanneskirchengemeinde.

Weronika Boswankowa ze Židźinoho na mnohe wašnje přisporjenje serbskosće a našeje rěče we Wojerowskej župje zeskutkownja, mjez druhim jako městopředsydka a moderatorka chóra Židźinoho, w „serbskej bjesadźe“ na Horach, kotrejž přinošuje ze starym Židźinskim dialektom, a skutkuje w serbskim dźěłowym kruhu Janskeje wosady.

„Wir als Domowina-Regionalverband Hoyerswerda gratulieren beiden Preisträgerinnen herzlich und freuen uns auf das weitere gemeinsame sorbische Leben in der Region!“

„My jako župa Wojerecy wuznamjenjenymaj wutrobnje gratulujemy a so na dalše zhromadne serbske žiwjenje w regionje wjeselimy.“

Gabriela Linack und Marcel Brauman, Vorsitzende der „Župa Handrij Zejler Wojerecy“ / Domowina-Regionalverband „Handrij Zejler“ Wojerecy

Fotos (von der Auszeichnungsveranstaltung in Bautzen/Budyšin): Jurij Helgest“

Hoyerswerda bezieht sorbische Sprache und Kultur in Strukturwandel-Projekte mit ein

Der Oberbürgermeister von Hoyerswerda / Wojerecy, Torsten Ruban-Zeh (SPD), hat Vertreter der Domowina zum Gespräch darüber eingeladen, wie Belange des sorbischen Volkes in Strukturwandel-Projekte mit einbezogen werden können. An dem Gedankenaustausch am Mittwochnachmittag im Rathaus nahmen Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik, der Referent des sorbischen Dachverbandes für wirtschaftliche und infrastrukturelle Angelegenheiten, Peter Bresan, und Domowina-Regionalsprecherin Sonja Rehor teil.

OB Ruban-Zeh sagte der Domowina zu, bei allen Vorhaben konsequente deutsch-sorbische Zweisprachigkeit zu praktizieren. Zugleich signalisierte Ruban-Zeh Interesse der Stadt, im Zuge des Umbaus der Lausitzhalle mehr sorbische Angebote ins Kulturprogramm aufzunehmen.

In der Stadt stünden außerdem kurz- und mittelfristig günstige und zentrale Raumkapazitäten für neue sorbische Arbeitsplätze zur Verfügung. Einig waren sich beide Seiten darin, dass Hoyerswerda künftig eine größere Rolle für sorbische Institutionen und das kulturelle sorbische Leben in der Lausitz spielen soll. Im Ergebnis des Gesprächs sollen weitere konkrete Projekte ausgelotet werden.

Bild: Hoyerswerdas Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh im Gespräch mit Dawid Statnik, Peter Bresan und Sonja Rehor von der Domowina (v.l.). Foto: Domowina/Marcel Brauman

Zweiter sorbischer Polizist in Hoyerswerda

Neben dem sorbischen Bürgerpolizisten André Kober, mit dem wir uns Anfang letzten Jahres im Domowina-Regionalvorstand unterhalten hatten, gibt es mit Polizeioberkommissar Dominik Dyrlich einen weiteren sorbischsprechenden Beamten im Polizeirevier Hoyerswerda (auf dem Foto links neben seinem sorbischen Kollegen Maximilian Funke aus Bautzen, heute bei der Vorstellung einer Werbekampagne des Sächsischen Innenministeriums für mehr sorbische Polizisten). Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik nahm den Fortschritt launig: Früher habe es unter Sorben den Tipp gegeben: Wenn dich die Polizei anspricht und du gerade nicht weißt, was du antworten sollst, dann sag erstmal: Ich möchte sorbisch sprechen. Damit gewinnst du Zeit zum Überlegen, bis ein Polizist ausfindig gemacht werden kann, der der sorbischen Sprache mächtig ist. Inzwischen kann es dir aber passieren, dass der Polizeibeamte sofort antwortet: „Prošu powědaj…“, bitte erzähle… Beide sorbischen Polizisten standen natürlich den sorbischen Medien in ihrer Muttersprache Rede und Antwort. (Foto: Domowina/Marcel Braumann)

Bewerbung um Doppelspitze (auf Hauptversammlung sorbisch mit Simultanübersetzung)

Gabi: Naša regionalna rěčnica Sonja Hrjehorjowa je nas na dźensnišu hłownu a wólbnu zhromadźiznu našeje župy z tutej sadu přeprosyła: „Zhromadnje chcemy naše serbske korjenje w župje skrućić, chcemy rostlince přiliwać ze zhromadnymi aktiwitami, zo by Serbstwo w našim regionje zaso bóle rostło.” Tomu chcemoj tež mój z Marcelom rady dale přinošować. Tuchwilneje wosebiteje situacije dla pak smój so rozsudźiłoj, zo so jako dwójnikaj wo županstwo požadamoj.

Marcel: Što je to wosebite na narodnej runinje? Z Lětom župow je Domowina njedawno dobu zahajiła, w kotrejž ma so zastupnistwo serbskeho ludu regionalizować. Swjedźeń k stoćinam załoženja župow we Wojerowskej radnicy běše sylny signal za cyłu Łužicu. Jako geografisce centralna župa  mamy my w tutym procesu wosebitu zamołwitosć. Chcemy sobu pomhać, mnohotnosć a wšelakorosć Serbstwa do žiweho cyłka wjazać – wot Łužiskich hór hač k wrotam do Berlina.

Gabi: Naša župa drje słuša do Sakskeje. Ale ma hižo dołho krute styki do Delnjeje Łužicy –  a to nic jenož jako dźěl něhdyšeho wobwoda Choćebuz. Pola nas so nichtó njepraša, hač sy ewangelski, katolski abo sekularny Serb. Pola nas je tež wšojedne, hač hornjoserbsce abo dolnoserbski powědaš. Abo hač so za serbskosć horiš, hačrunjež ze serbšćinu wotrostł njejsy. A tak twarimy MY w Serbach a w cyłym regionje mosty. Přetož Łužica je jónkrótna serbskosće dla.

Marcel: Wojerowski region je domizna Krabata. Tu je historiski Krabat žiwy był. Tu je jadro mytosa Krabata. Wuspěšne Krabatowe wiki njedawno we Wojerecach su pokazali: Hdyž wo Krabata dźe, smy my jadrowa kónčina serbskeje Łužicy. A tohodla so jara wjeselimy, zo so w Čornym Chołmcu a druhdźe zaso zarjadowanja wotměwaja, kotrež wopytowarjow z Hornjeje a Delnjeje Łužicy přiwabjeja. Jako župa chcemy – hromadźe z wjele druhimi akterami – sylna lobby za serbsku identitu našeho regiona być.

Gabi: Tuchwilu sym rěčnica župneho předsydstwa. Wěm, zo su sej Marcel a druzy wjac přeli. Mjenujcy, zo bych za županku kandidowała. Ale sym přeco prajiła: Sama to činić njebudu. Moje korjenje su w serbskej bazy na wsy a w měsće. A wězo w našej dobrej zhromadnosći w župnym předsydstwje. Sama na čole stać – to za mnje to prašenja njepřińdźe.

Marcel: Kónc 2019 sym swoje zastojnstwo jako župan złožić dyrbjał, dokelž sym nowy nadawk jako referent za zjawnostne dźěło Domowiny přewzał. Mi bě jasne, zo njemóžu sam župan być. Mjeztym pak je w župnym předsydstwje ideja rostła, zo raz wuspytamy, štož je druhdy jako „Doppelspitze“ z wašnjom. Sonja je to rjenje serbsce „župan-dwójnikaj” mjenowała.

Gabi: Mój dwajo z Marcelom hromadźe chcemoj Wam wšěm swěru poboku być. Wšěm, kotřiž nowe rěčne rumy tworja. Wšitkim, kiž naše nałožki pěstuja a bohate herbstwo našich narodnych drastow hladaja. Wšěm, wosebje na wsach, kotřiž serbske tradicije přichodnym generacijam dale dawaja. Wšěm, kiž serbsce spěwaja, rejuja a bjesaduja. Kiž w pěstowarnjach, šulach a w towarstwach dorost kubłaja. A wšěm, kotřiž so jako dorosćeni prócuja, našu rjanu rěč nawuknyć, kaž tež wšitkim, kiž jich wuwučuja.

Marcel: A w běhu přichodnych třoch lět chcemoj zmóžnić, zo přeńdźe županstwo do młodych rukow. Chcemoj so tež wo to starać, zo rubamy młodym ludźom puć do zamołwitych gremijow župy a třěšneho zwjazka. Wažne je, zo wostawaja tute gremije rěčne rumy, potajkim zo so w nich serbsce rěči.  Tohodla su aktiwity kaž na přikład w Delnim Wujězdźe ze stron našeho noweho towarstwa „Zahrodka“ symješka nadźije na nowe rěčne swětłownje. W tutym zwisku budźemoj so sobu wo to starać, zo so syć Domowinskich skupin zaso wožiwi, kiž su towarstwam partner.   

Gabi a Marcel: Mój – Gabi Linakowa a Marcel Brauman – prosymoj wo Wašu dowěru!

UND HIER DER TEXT DER SIMULTANÜBERSETZUNG:

Gabi: Unsere Regionalsprecherin Sonja Rehor hat uns zur heutigen Haupt- und Wahlversammlung mit dem Satz eingeladen: „Lasst uns gemeinsan unsere sorbischen Wurzeln im Regionalverband stärken, das Pflänzchen gießen mit gemeinsamen Aktivitäten, damit das Sorbische in der Region wieder stärker wächst.” Dazu wollen wir, Marcel und ich, gerne mit beitragen. Aufgrund der jetzigen besonderen Situation haben wir uns aber entschieden, im „Doppelpack” für den Vorsitz unseres Regionalverbandes zu kandidieren.

Marcel: Was ist das Besondere auf sorbischer Ebene? Mit dem Jahr der Regionalverbände hat die Domowina vor kurzem die Epoche der Regionalsierung der Vertretung des sorbischen Volkes eingeleitet. Das Fest zum 100. Jahrestag der Gründung der Regionalverbände im Rathaus von Hoyerswerda war ein starkes Signal für die Lausitz. Als geografisch zentraler Regionalverband tragen wir in diesem Prozess eine besondere Verantwortung. Wir möchten mit helfen, die Vielfalt des Sorbischen in ein lebendiges Ganzes zu bündeln – vom Lausitzer Bergland bis zu den Toren Berlins.

Gabi: Unser Regionalverband gehört zwar zu Sachsen, aber schon lange pflegt er feste Beziehungen in die Niederlausitz – nicht nur als Teil des ehemaligen Bezirks Cottbus. Bei uns fragt keiner danach, ob du evangelisch, katholisch oder sekularer Sorbe bist. Hier spielt es keine Rolle, ob man Ober- oder Niedersorbisch spricht. Oder ob man sich für Sorbisches begeistert, aber nicht mit der Sprache aufgewachsen ist. Und so sind wir Brückenbauer – bei den Sorben und in der ganzen Region. Denn die Lausitz ist einzigartig durch das Sorbische.

Marcel: Hoyerswerda – das ist die Krabatregion. Hier lebte der historische Krabat. Und hier lebt der Krabat-Mythos. Der gelungene Krabat-Markt, der kürzlich in Hoyerswerda stattfand, hat gezeigt: Wenn es um Krabat geht, dann sind wir das Kerngebiet der sorbischen Lausitz. Deshalb freuen wir uns, dass in Schwarzkollm und anderswo wieder Veranstaltungen stattfinden, die Besucher aus Ober- und Niederlausitz anlocken. Als Regionalverband wollen wir – gemeinsam mit vielen anderen Akteuren – eine starke Lobby sein für die sorbische Identität unserer Region.

Gabi: Ich bin jetzt die Sprecherin des Regionalvorstands. Ich weiß, dass sich Marcel und andere von mir mehr gewünscht hätten, nämlich, dass ich als Vorsitzende kandidiere. Aber ich habe immer gesagt: Allein mache ich das nicht. Ich habe meine Wurzeln in der sorbischen Basis im Dorf und in der Stadt. Und natürlich in unserer guten Gemeinschaft im Regionalvorstand. Allein an der Spitze zu stehen kommt für mich nicht in Frage.

Marcel: Ich musste Ende 2019 mein Amt als Regionalverbandsvorsitzender aufgeben, weil ich Pressereferent der Domowina wurde. Mir war klar, dass ich nicht zugleich Vorsitzender des Regionalverbands sein kann, zumindest nicht alleine. Und so ist im Regionalvorstand die Idee von der Doppelspitze entstanden. Sonja hat das im Sorbischen schön als Zwillingsspitze bezeichnet.

Gabi: Wir beide wollen euch allen zur Seite stehen. Allen, die neue Sprachräume für das Sorbische schaffen. Die unsere Bräuche pflegen und das reiche Erbe unserer Trachten hüten. Allen, vor allem in den Dörfern, die die sorbsichen Traditionen den künftigen Generationen weitergeben. Allen, die sorbsich singen, tanzen, sprechen. Die in den Kitas und Schulen und in den Vereinen den Nachwuchs ausbilden. Sowie allen, die sich als Erwachsene um die Aneignung unserer Sprache bemühen wie auch ihren Lehrern.

Marcel: Und in den kommenden drei Jahren wollen wir mit dafür sorgen, dass der Vorsitz des Regionalvorstands in junge Hände kommt. Und jungen Menschen den Weg in die Gremien des Regionalverbandes und des Dachverbandes ebnen. Wichtig ist, dass diese Gremien Sprachräume bleiben, also dass darin weiterhin sorbisch gesprochen werden kann. Deshalb sind Aktivitäten wie zum Beispiel in Uhyst/Spree von Seiten unseres neuen Mitgliedvereins  „Zahrodka” Zeichen der Hoffnung auf neue sprachliche Leuchttürme. In diesem Zusammenhang werden wir usn mit darum kümmern, dass das Netz der Domowina-Ortsgruppen wieder belebt wird, die als Partner den Vereinen zur Seite stehen.

Gabi a Marcel: Wir beide – Gabi Linakowa und Marcel Brauman – bitten euch um euer Vertrauen!